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Fakultät Kunst- und Sportwissenschaften
PLASTIK

Lehrangebot Wintersemester 26/27

Kolloquium 
Prof. Nikola Ukic 

Seminar/Hauptseminar, 2-stündig 
Mi 10-14 Uhr / alle 14 Tage 
Start: 28.10. um 10 Uhr 
11.11. 10-14 Uhr 
02.12. 10-14 Uhr 
16.12. 10-14 Uhr 
20.01. 10-14 Uhr 

BA - LABG 2016: KA 1-14 
MA - LABG 2016: KA 15-21 
LN: Regelmäßige Teilnahme 

Das Kolloquium ist für alle Interessierte offen. Für eine Anrechnung ist eine regelmäßige Teilnahme erforderlich. 

Austauschplattform zur Begleitung laufender kreativer Prozesse und Eigenproduktionen. Exploration, Ideenfindung, kritische Betrachtung und Darlegung individueller Standpunkte sowie der Perspektiven anderer Kunstschaffender. Erörterung geplanter Prüfungsleistungen (Modulabschlüsse, praktische Fachprüfungen, Abschlusskandidaten/-innen). 

 Diese Plattform bietet Raum, den aktuellen Stand des künstlerischen Schaffens zu präsentieren, in gemeinschaftlichem Austausch neue Konzepte zu entwickeln und Prüfungsvorbereitungen zu besprechen. Dadurch wird die Wahrnehmung des eigenen Werks geschärft und die Frage nach der persönlichen künstlerischen Forschung konkretisiert, auch im Kontext vergleichbarer künstlerischer Positionen.

 

Membranen 
Prof. Bettina van Haaren / Prof. Nikola Ukic 

Raum 4.108 und Kunsthallen 
Seminar/Hauptseminar, 2-stündig 
Mittwoch, 10 bis 14 Uhr 
14-tägig
KA 1 - KA 21 
LN: Kontinuierliche künstlerische Arbeit 
Modulabschluss: Präsentation 

Einführung: 21. Oktober 2026 
04.11.26
25.11.26
09.12.26
23.12.26
13.01.27
27.01.27 Endpräsentation 

Membranen sind flexible Grenzen: Sie verbergen und bewahren, sie schützen das Innere und erlauben doch den Austausch. Sie trennen, um zu verbinden. Genau in dieser Durchlässigkeit entsteht ein hochspannender Zustand – ein permanentes Dazwischen, eine greifbare Schwelle, an der zwei Welten aufeinandertreffen und sich gegenseitig transformieren. 

Das Seminar untersucht dieses Spannungsfeld von Innen und Außen. Wir betrachten mikroskopische Strukturen, architektonische Hüllen, Textilien und organische Grenzschichten wie die Haut, das Trommelfell, der Nabelschnur oder die Zunge. In diesem Zwischenreich verlieren feste Formen ihre Eindeutigkeit. Künstlerische Strategien wie Transparenz, Schichtung, Unschärfe und Schattenwurf dienen uns dabei als Werkzeuge, um das Liminale – das Übergängige – sichtbar zu machen. 

Die medialen Zugänge sind dabei völlig offen: Die Illusion von Schichtungen kann malerisch über Ölfarbe, Eitempera oder Farbstifte auf Leinwand gelingen, rein materiell aber ebenso über Latexmilch, Aufgeblasenes, Alginat, Zeltstoffe oder Gips. Es gilt, die Diffusion zwischen zwei abgegrenzten Räumen praktisch zu erforschen. Im Seminar wechseln wir die Arbeitsräume und nutzen zeitgenössische Positionen zum Thema „Hülle“ als Reibungsfläche, um die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.

 

Open Studio / Short Cuts, Loose Ends Ausstellung im Superraum 
Prof. Nikola Ukic 

Max: 25 Teilnehmer 
BA - LABG 2016: KA 1-14 
MA - LABG 2016: KA 15-21 
Seminar/Hauptseminar, 2-stündig  
Dienstag Block Seminar von 10-14 Uhr 
Start: 20.10. 10 Uhr 
03.11. 
17.11.
01.12
15.12 
12.01. 
26.01

 Ausstellung im Superraum in Dortmund, 17.02. bis 24.03.2027 

 

In diesem Semester haben die Teilnehmenden die besondere Chance, ihre Arbeiten im „Superraum“ in Dortmund auszustellen. Der Ausstellungsort wird von Dortmund Kreativ, der zentralen Stabsstelle für Kreativquartiere der Stadt Dortmund, geleitet. Das gemeinsame Projekt trägt den Titel „Short Cuts Loose Ends“ und erhebt das Fragment vom bloßen Bruchstück zum zentralen Akteur. Im Fokus stehen dabei künstlerische Positionen, die das Unvollständige, Abgeschnittene und Isolierte nicht als Defizit, sondern als eigenständige Kraft begreifen. „Short Cuts“ (Zäsuren, Verkürzungen) und „Loose Ends“ (offene Enden, ungelöste Fäden) dienen als radikale Methoden, um bestehende Formen aufzubrechen und die Welt in ihren Einzelteilen neu erfahrbar zu machen. Das Fragment wird als dynamischer Zustand verstanden: Wo Formen geteilt, Narrative unterbrochen und Materialien zerschnitten werden, entstehen Leerstellen, in deren Lücken sich neues Potenzial entfaltet. Das Fragmentarische verweigert die endgültige Antwort, verschiebt Bedeutungen und öffnet den Raum für vielfältige Interpretationen. Die finale Ausstellung versammelt Arbeiten in den Medien Skulptur, Installation, Objekt, Video, Fotografie, Klang und Performance, wobei viele Projekte Strategien der Collage, Assemblage oder räumlichen Montage aufgreifen.

Voraussetzung für das Praxisseminar Plastik ist die Entwicklung eigenständiger Projekte. Erwartet wird eine individuelle Gestaltung mit konzeptioneller Eigenständigkeit, wobei Prof. Ukić, Herr Hutgens und Frau Nesseri die „Arbeiten im Werden“ sowohl praktisch als auch theoretisch begleiten. Der theoretische Teil des Seminars setzt sich aus vergleichenden Analysen zeitgenössischer plastischer Positionen, Reflexionen zur Formfindung und Materialsemantik sowie der diskursiven Auseinandersetzung mit skulpturalen Strategien zusammen. 

Unterstützend werden die Seminarleiter die Teilnehmer*innen parallel in Materialkunde unterrichten – insbesondere im Hinblick auf Werkstoffverhalten, Bearbeitungstechniken und ihre ästhetischen Implikationen. Im Zentrum steht das Verhältnis von Idee, Material und Form. Die Studierenden sollen lernen, plastische Prozesse eigenständig zu denken, umzusetzen und zu kontextualisieren – zudem soll der Blick für die räumlich-skulpturale Komposition und deren Rezeption geschärft werden. 
Hierbei ist es zentral, die Arbeitsmethoden einer künstlerischen Atelierpraxis kennenzulernen, in der Formkonzepte, Produktionsprozesse und Materialerfahrungen in einem experimentellen und prozessorientierten Umgang mit dem Raum entwickelt werden. Dabei spielt auch der Umgang mit Maßstab, Volumen, Textur, Gravitation und Körperlichkeit eine entscheidende Rolle. 

 Ein wesentlicher Bestandteil des Seminars ist die Überführung der plastischen Prozesse in die Sichtbarkeit: die Konzeption einer gemeinsamen Ausstellung sowie die Entwicklung raumspezifischer Installationen. Die Studierenden lernen, das Einzelwerk nicht isoliert, sondern als Akteur im Raum zu begreifen. Dabei werden elementare kuratorische und szenografische Fragen verhandelt: Wie verhält sich das Volumen zur umgebenden Architektur? Welche Blickachsen und Bewegungsflüsse entstehen für die Betrachter*innen? Von der Standortbestimmung über die Lichtregie bis hin zur dramaturgischen Setzung im Raum wird der Schritt vom geschützten Experiment in die Öffentlichkeit praktisch erprobt 

 

Mosaik - Analoge Pixel 
Prof. Nikola Ukic / Wolfgang Folmer 

Kunsthallen
Seminar/Hauptseminar, 2-stündig 
Dienstag, Block Seminar 15 bis 19 Uhr (14 tägig) 
Start: 27.10. 26 - 15 Uhr 
10.11. 26
24.11.26 
08.12.26
22.12.26
12.01.27
26.01.27 
BA - LABG 2016: KA 1-14 
MA - LABG 2016: KA 15-21 

 Lange bevor digitale Bildschirme unsere Wahrnehmung in Millionen leuchtender Pixel zerlegten, bediente sich die Kunst bereits eines ähnlichen Prinzips: Das Mosaik konstruiert aus unzähligen, oft unscheinbaren Fragmenten ein komplexes, übergeordnetes Bild. Diese jahrtausendealte Technik, die ihre historischen Höhepunkte in der Antike und Byzanz erlebte, fasziniert bis heute durch ihre einzigartige Materialität und Dauerhaftigkeit. Anstatt Farbe fließend auf eine Leinwand aufzutragen, erfordert das Mosaik ein bewusstes Setzen von physischen Einzelteilen – Stein, Glas oder Keramik –, wodurch eine unverwechselbare, haptische Oberflächenstruktur entsteht. 
In diesem Praxisseminar widmen wir uns dem Mosaik nicht nur als historischem Handwerk, sondern untersuchen es als hochaktuelles künstlerisches Medium. Wir betrachten, wie die Technik des Zusammenfügens in der zeitgenössischen Kunst genutzt wird, um Themen wie Fragmentierung, Rhythmus und materielle Präsenz zu erforschen. Der Arbeitsprozess beginnt mit der konzeptionellen und zeichnerischen Entwurfsfindung. Dabei setzen wir uns mit den spezifischen Gesetzen dieser Technik auseinander: Wie lenken Fugenlinien den Blick? Wie interagieren unterschiedliche Oberflächen mit Licht und Raum? Und wie verändert sich die Bedeutung eines Bildes, wenn es aus vielen kleinen Brüchen besteht? 
Im praktischen Teil des Seminars wird der eigene Entwurf Schritt für Schritt in die Materialität überführt. Dabei erlernen wir die handwerklichen Grundlagen der Mosaikkunst – vom präzisen Brechen und Zuschneiden der sogenannten „Tesserae“ (Mosaiksteinchen) über die verschiedenen Legetechniken bis hin zur finalen Verfugung. Ob mit traditionellen Natursteinen, farbigem Smaltenglas oder experimentellen, gefundenen Materialien im Sinne des Upcyclings: Das Seminar öffnet den Raum für individuelle, materielle Experimente. 

 Am Ende steht nicht nur die Aneignung einer archaischen Technik, sondern die tiefgehende Erfahrung, wie aus dem buchstäblichen Zerschlagen und geduldigen Neuordnen von Material ein eigenständiges, widerstandsfähiges Kunstwerk erwächst – ein kraftvoller, analoger Gegenentwurf zur Flüchtigkeit unserer digitalen Bilderflut. 

 

Relief Das Selbstporträt im figurativen Relief 
Prof. Nikola Ukic, Dr. Kathrin Borgers 

Dienstag 10-14 Uhr (14 tägig) 
BA - LABG 2016: KA 1-14 MA - LABG 2016: KA 15-21 
KW2_2, KW2a_2 und KW2b_2 
Start: 27.10.26, 10 Uhr 
10.11.26 
24.11.26 
08.12.26 
22.12.26 
19.12.26 
02.12.27 

Unsere alltägliche Wahrnehmung wird heute stark von glatten Displays dominiert, die uns als Fenster in rein immaterielle Welten dienen. Im starken Kontrast dazu behauptet sich das Relief als eine zutiefst physische Kunstform, die greifbar in unseren Raum eindringt. Obwohl es auf eine jahrtausendealte Tradition zurückblickt, gewinnt es gerade in unserer digital geprägten Gegenwart durch seine haptische Präsenz eine völlig neue Relevanz. Klassischerweise beschreibt das Relief Formen, die sich aus einer Grundfläche erheben oder in sie eingelassen sind. Während die Kunstgeschichte dabei lange Zeit streng nach der räumlichen Tiefe – in Flach-, Halb- und Hochrelief – kategorisierte, haben moderne künstlerische Positionen diese starren Grenzen längst aufgebrochen und um konzeptionelle Aspekte erweitert. 
Genau hier setzt dieses Praxisseminar an: Im Zentrum unserer Arbeit steht das figurative Relief, für das wir das Selbstporträt als zentrales Motiv wählen. In einem fließenden Übergang von der Theorie zur Praxis beleuchten wir zunächst die kunsthistorische Tradition der Selbstdarstellung sowie die Ursprünge der Reliefkunst. Dabei spannt der Gestaltungsprozess ganz bewusst einen Bogen zwischen zeitgenössischen Technologien und traditionellem Handwerk. 
Der Weg zur fertigen Arbeit beginnt im virtuellen Raum. In mehreren Vorbereitungsphasen nutzen wir digitale Werkzeuge und Software, um unsere Entwürfe zu skizzieren, räumlich zu planen und konzeptionell zu schärfen. Diese digitale Formfindung bildet das Fundament für den Kern des Seminars – die Übersetzung der virtuellen Daten in physische Materie. Ausgehend von den digitalen Modellen werden die Entwürfe schließlich handwerklich ausgeführt und als greifbare Reliefs in glasierter Keramik gebrannt. 
So bietet das Seminar die besondere Gelegenheit, den Spannungsbogen zwischen digitaler Planung und haptischem Arbeiten auszuloten. Entgegen der allgegenwärtigen flachen Ästhetik unserer Bildschirme wird das eigene Abbild hier in einer spürbaren, dreidimensionalen Form materialisiert. 

Ergänzend ist eine Exkursion in die Abguss-Sammlung des Akademischen Kunstmuseums in Bonn geplant, in der Gipsabgüsse antiker Relief und Skulpturen betrachtet und gemeinsam diskutiert werden. 

 

Video – Tutorium 
Prof. Nikola Ukic, Jule Krüsmann 

Do 14-16 Uhr,
Start: 22.10.26
BA - LABG 2016: KA 1-14 
MA - LABG 2016: KA 15-21 
Kunsthallen - Mac-Pool 
Max: 15 Teilnehme

In diesem Kurs werden die Grundlagen des Videoschnitts vermittelt, wobei Vorkenntnisse nicht erforderlich sind. Wir beschäftigen uns mit der Geschichte der Videokunst und vermitteln die Grundlagen der Videoplanung und Vorbereitung. Das Videoschnittprogramm DaVinci Resolve wird vorgestellt, und der Umgang mit der Kameratechnik wird erlernt. Durch einfache Übungen erstellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Kurzfilm und entdecken verschiedene Techniken wie Schnitt, Effekte, Audiosamples und Found Footage. Ziel ist die selbstständige Produktion eines Videos, das am Ende präsentiert oder abgegeben wird. 

 

Material Agency – Skulptur zwischen Materialgeste und neuem Materialismus 
Tristan Hutgens 

Mo 10-14 Uhr 14tg. 
BA - LABG 2016: KA 1-14 MA - LABG 2016: KA 15-21
Beginn 19.10.
weitere Termine: 02.11.2026, 16.11.2026, 30.11.2026, 14.12.2026, 11.01.2027, 25.01.2027

Die Geschichte der Bildhauerei wird u. a. als Geschichte der Form verstanden. 
Materialien erscheinen darin als Mittel zur Realisierung einer künstlerischen Idee. Stein, Holz, Metall oder Gips dienen der Umsetzung eines vorangegangenen Entwurfs und werden der Formgebung untergeordnet. 
Das Seminar „Material Agency“ schlägt eine andere Perspektive vor. Material wird nicht als passiver Träger von Form, sondern als aktiver Bestandteil künstlerischer Prozesse verstanden. Die Untersuchung richtet sich auf jene Momente, in denen Materialien eigene Handlungsspielräume eröffnen, Widerstände erzeugen oder unvorhergesehene Formbildungen hervorbringen. 
Im Zentrum steht die Frage, wie skulpturale Formen entstehen, wenn die 
Eigenschaften, Prozesse und Eigenlogiken eines Materials zum Ausgangspunkt des künstlerischen Handelns werden. Welche Formen produziert ein Material unter bestimmten Bedingungen? Welche Rolle spielen Schwerkraft, Temperatur, Oxidation, Trocknung, Verformung, Korrosion oder Alterung? Wie verändert sich das Verhältnis von Autorenschaft und Material, wenn künstlerische Entscheidungen nicht ausschließlich vom Subjekt ausgehen? 
Diese Fragestellungen werden durch Positionen des Neuen Materialismus erweitert. Autorinnen wie Karen Barad, Jane Bennett oder Rosi Braidotti verstehen Materie nicht als passive Substanz, sondern als dynamischen Prozess, der selbst wirksam wird. Materie besitzt demnach keine bloße Materialität, sondern Handlungsmacht. Künstlerische Prozesse erscheinen dadurch als Beziehungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren. 
Parallel dazu untersucht das Seminar bildhauerische Positionen, die Material als produktive Kraft begreifen. Von Constantin Brancusi und Isamu Noguchi über Richard Serra, Robert Morris und Eva Hesse bis hin zu zeitgenössischen Positionen wie Pierre Huyghe, Phyllida Barlow oder Theaster Gates werden unterschiedliche Konzepte materieller Prozesshaftigkeit analysiert. 
Das Seminar verbindet theoretische Lektüren mit praktischen Materialexperimenten. Materialien werden nicht lediglich zur Herstellung eines Werkes eingesetzt, sondern als Forschungsfelder verstanden. Ziel ist die Entwicklung skulpturaler Arbeiten, die aus den Wechselwirkungen zwischen Material, Prozess, Umwelt und künstlerischer Handlung hervorgehen. 
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Skulptur denken lässt, wenn Form nicht länger ausschließlich gestaltet, sondern gemeinsam mit materiellen Prozessen hervorgebracht wird.“ 

 

Gender Trouble 
Donja Nasseri

Do 12-14:00 Uhr
BA - LABG 2016: KA 1-14  
MA - LABG 2016: KA 15-21 
LN: Kontinuierliche künstlerische Arbeit, Teilnahme und Modulabschluss: Abgabe, Basis Erfahrung in Ton und Film 
Max: 20 TeilnehmerInnen 

Das Seminar untersucht die Beziehung zwischen Geschlecht, queeren Identitäten und zeitgenössischer Kunst. Eine zentrale theoretische Grundlage bildet Judith Butlers Buch Gender Trouble. Butler beschreibt Geschlecht nicht als natürliche oder biologische Gegebenheit, sondern als performativen Prozess, der durch soziale Praktiken, kulturelle Normen und wiederholte Handlungen hervorgebracht wird. Diese Perspektive eröffnet neue Möglichkeiten, Geschlecht und dessen Darstellung in der Kunst zu analysieren. Im Zentrum steht die kollaborative Entwicklung eigener künstlerischer Arbeiten. Persönliche Archive, biografische Erfahrungen sowie gesellschaftliche Diskurse dienen als Ausgangsmaterial und werden in gemeinsamen Prozessen weiterentwickelt. Die Arbeitsformen reichen von Performance, Installation und Video bis hin zu Kurzfilm, Sound und experimentellen Formaten mit Fokus auf Sprache, Stimme und Narration. 
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Gruppenarbeit und kollektiven Prozessen. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Diskursräume, verknüpfen unterschiedliche Perspektiven und erarbeiten gemeinsame künstlerische Formate. Sprache, Klang, Gespräch und Erzählung werden dabei als zentrales Material verstanden, um Geschichten, Wünsche, Konflikte und Erfahrungen hör- und sichtbar zu machen. Begleitend werden künstlerische Positionen u.a. von Zanele Muholi, Cassils, Florentina Holzinger, Anne Imhof, Adrian Piper, Pêdra Costa, sowie VALIE EXPORT, Judy Chicago, Claude Cahun, Frida Kahlo, Martha Rosler und Cindy Sherman diskutiert. Ihre Arbeiten thematisieren trans- und nicht-binäre Identitäten, Black Queer Visibility, die politische Dimension von Repräsentation, sowie die Transformation und Widerständigkeit des Körpers. In unterschiedlichen Medien eröffnen sie alternative Formen der Identitätsbildung und hinterfragen normative Vorstellungen von Geschlecht, Begehren und Zugehörigkeit. 

 

Metallwerkstatt – Übung 
Ralf Reinhardt 

Fr 10-12 Uhr 
Start: 23.10.2026 

Unser Metallatelier in den Hallen hat das Equipment für verschiedene Metalltechniken. Hier werden verschiedene Schweißtechniken erlernt, damit in späteren Seminaren die Schweißgeräte frei genutzt werden können. Ferner wird die Bedienung der verschiedenen Metallschleifgeräte, Sägen und diversen Werkzeugen eingeübt. Im Anschluss kann die Werkstatt genutzt werden, um selbstständig zu arbeiten.

 

UPSIDE DOWN 
KI in der Plastik: Vom Prompt zur Skulptur 
Peter Ewig 

BA - LABG 2016: KA 1-14
MA - LABG 2016: KA 15-21 
Seminar: Mo 14-18 Uhr, 7 Termine Start: 19.10. 
Blockseminare: 19.10., 26.10., 02.11., 09.11., 16.11., 23.11, 30.11. Zusätzliche Einzelgespräche nach Vereinbarung. 

 Begegnung mit der Wundertüte/Klischeeschleuder KI als Bestandteil plastischen Arbeitens: Was ist der Impuls gerade – was beschäftigt mich, unabhängig davon, was Kunst zu sein scheint? Wir machen das, was Millionen Menschen jeden Tag machen: eine Intention, einen Impuls in einen KI-Generator zu geben – und sehen, wohin uns das im Prozess unserer künstlerischen Arbeit bringt. 
Das Seminar soll uns wach machen, unsere Impulse zu forcieren – und uns mit den überraschenden und auch klischierten Ergebnissen auseinanderzusetzen. 
Wie können wir produktiv mit der Plötzlichkeit komplexer KI-Ergebnisse umgehen? – Wie greifen wir ein, um die Impulse eigener Formulierung nicht zu verlieren? 
Worin liegt eine Öffnung durch die Einbeziehung generativer KI – worin liegt eine Hemmung unserer besonderen Qualität, fragwürdige Schritte „alleine“ weiter zu entwickeln? 
An den einzelnen Seminartagen werden wir KI-generierte Ergebnisse hinsichtlich eines produktiven Faktors in die eigene Arbeit einbeziehen. 
Wir konzentrieren uns auf konkrete Umsetzungen, einen Material-Shift in den analogen Raum. Ziel ist die Transformation dieser KI-generierten Ergebnisse in eine eigenständige dreidimensionale Skulptur, Installation, die aus diesem interaktiven Dialog zwischen Mensch und KI entsteht. 
Die kuratorische Klammer des Seminars ist: “UPSIDE DOWN“. 
In einer Welt, die auf dem Kopf zu stehen scheint, sind Studierende eingeladen zu diesem Ausstellungstitel Arbeiten zu entwickeln, die unter Einbeziehung generativer KI zu einer bildhauerischen Formulierung im analogen Raum führt. “UPSIDE DOWN“  soll hierbei als gedankliche Klammer zu Ideen im dreidimensionalen Raum anregen – und begrifflich mit elementaren Bedingungen plastischen Arbeitens verknüpfen. 
Am Ende des Semesters sollen die entstandenen Arbeiten, Ideen und prozessualen Spuren in einem gemeinsam entwickelten Raumkonzept präsentiert werden. 

 

Gast Seminar – Block
Ecological Art: Sculpting Garden(s) of Refuge
Prof. Vanessa Agnew/ Dana van Rijssen

Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften 155109
Block Seminar, Februar 2027, 5 Tage, 9:00-16:00
Arbeitsbereich Plastik, Kunst Hallen - Leonhard-Euler-Str.4, 44227 Dortmund

 

This intensive seminar focuses on ecological art and various artistic practices that engage with the natural environment and our relationship to it. In addition to engaging with examples of eco-art, environmental art, and land art (e.g., Goldsworthy, Denes, Smithson, Beuys, Mattingly, and von Tiesenhausen), students will read theoretical texts dealing with urban afforestation, sustainability, climate displacement, and the psychosocial benefits of engaging with nature (e.g. Miyawaki, Beery, and Jensen). A key component of the seminar will be a sculpture workshop. This practical component will be conducted together with the artist Dana van Rijssen and held in the Institute of Art and Material Culture, TU Dortmund University. The sculpture workshop will provide a forum for students to work together using natural materials to produce a piece of ecological art that interrogates ideas about rootedness, displacement, and transience. The ephemeral sculptural work produced during the seminar may be installed in the Garden(s) of Refuge, a Miyawaki mini forest on the university campus (Emil-Figge-Straße 57, 44227 Dortmund). The purpose of the mini forest is to connect ecological restoration with awareness about migration, belonging, and public space. Readings will be available on Moodle. Materials and tools for the practical component will be provided. Assessment will be based on reading preparation prior to the block seminar, full participation, oral presentations, and, where applicable, an oral examination or a written paper.
The seminar is open to Masters and undergraduate students. No prior experience is required. However, students interested in participating are asked to send an email before the registration deadline explaining their motivation for taking the seminar.

Registration by 10 January 2027 is via email:
vanessa.agnew@tu-dortmund.de 

vergangene Lehrangebote

Einen Rückblick auf das Lehrangebot des Sommersemesters 2025 in der Plastik, entnehmen Sie bitte dem LSF.

Aktueller Hinweis

Liebe Studierende,

für Anfragen aller Art nutzt bitte unsere Plastik-E-Mail-Adresse: plastik.fk16@tu-dortmund.de

  • Bitte rechtzeitig kontaktieren bei Fragen zur Betreuung von Seminaren, Prüfungen, Abgaben und weiteren Fragen zu Lehre sowie zur Sprechstundenanmeldung. Sprechstunden: Dienstag, 12.00-13.00 Uhr
  • Zu Fragen der studentischen Ateliers in den Hallen und für die WhatsApp-Gruppe der Studierenden am Arbeitsbereich Plastik
  • Für die Werkstättenbetreuung in den Hallen und den aktuellen Infoticker der Plastik, u.a. mit Ausschreibungen, Online-Ausstellungsangeboten und weitere aktuelle Informationen

Die jeweils zuständige Hilfskraft wird Euch dann so zeitnah wie möglich beraten, oder an die entsprechende Lehrperson weiterleiten.


Euer HALLEN - Team des Lehrgebiets Plastik

Prof. Nikola Ukic, Leitung Lehrgebiet Plastik