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Leitfaden

Recherchieren und Lesen von Fachliteratur

Erst Sehen - dann Lesen

Zunächst sollten Sie sich mit dem kunsthistorischen Objekt auseinandersetzen. Deshalb ist es wünschenswert, unmittelbar nach Übernahme eines Referats oder einer Hausarbeit sich so rasch wie möglich den kunsthistorischen Gegenstand (Bild, Skulptur, Foto, Bauwerk etc.) im Original anzusehen. Ist dieses aufgrund eines möglicherweise zu großen Aufwands nicht möglich, so ist es unerlässlich, sich sehr gute Abbildungen zu suchen, um eigene Beobachtungen treffen und Fragen an das kunsthistorische Objekt stellen zu können. Beginnen Sie schon in diesem Stadium mit der Deskription des Kunstobjektes und der Lektüre der Quellentexte, sofern es sich um ein kunst- bzw. achitekturtheoretisches oder wissenschaftshistorisches The­ma handelt. Die Kunstgeschichte kennt ebenso wie unsere Nachbardisziplin, die Archäologie, zwei Arten von Quellen: visuelle bzw. materielle Quellen und Schriftquellen. Wer schon eigene Beobachtungen vorzugsweise am Original angestellt hat, wird die Fachliteratur anschließend kritisch zu lesen vermögen.

Ausgangspunkt der Literaturrecherche

Nun gilt es Fachliteratur zu recherchieren, um den Forschungsstand zu klären - und zwar sowohl im Bestand der UB Dort­mund (Onlinekatalog OPAC), als auch in einschlägigen Bibliothekskatalogen. Um die Recherche frühzeitig und auf breiter Basis in Angriff nehmen zu können, sollten Sie sich erst einen Überblick verschaffen. Wenn Sie zum Beispiel das The­ma „Das Goldene Wunder in der Petrikirche in Dort­mund" übernommen haben, genügt es nicht, im OPAC 'nur' den Namen des Werks einzugeben. Ihnen entgeht dann möglicherweise die Fachliteratur, etwa zu Kunst im Mittelalter oder anderer Literatur zum The­ma Kirchen in Dort­mund. Unerlässlich ist zumeist auch die Recherche und Lektüre fremdsprachiger Literatur, denn die wis­sen­schaft­liche Diskussion wird in­ter­na­tio­nal geführt.

Wenden Sie sich nicht an erster Stelle an Museen und andere Institutionen, um Informationen zu Ihrem Referatsthema zu erhalten. Dies ist aber erst nach Sichtung der einschlägigen Forschungsliteratur in Ausnahmefällen wünschenswert, und zwar nach Absprache mit der Seminarleitung.

Erster Überblick

Der Blick nach rechts und links ist unerlässlich und sollte bereits die Konsultation von Überblickswerken und einschlägigen Fachlexika prägen (Zeitraum, Künstler, Werk, Gattung etc.). Handbücher (Überblickswerke) und Lexika enthalten sowohl Querverweise als auch Literaturangaben. Gehen Sie diesen nach. Handbücher und Fachlexika stehen im Präsenzbestand. Zu den Handbüchern zählen zum Beispiel die Serien Pelican History of Art, Propyläen Kunstgeschichte oder Universum der Kunst. Einschlägige Fachlexika sind zum Beispiel Seemanns Lexikon der Kunst und The Grove Dictionary of Art, sowie allgemeine Künstlerlexika (Internationale Künstlerdatenbanken) Thieme-Becker und De Gruyter Saur (Das Allgemeine Künstlerlexikon, AKL).

Die Konsultation allgemeiner Nachschlagewerke etwa des Brockhaus oder eines dtv-Lexikons sowie Recherchen in Google oder Wikipedia können nur dazu dienen, sich selbst einen allerersten Überblick zu verschaffen. Sie sind keinesfalls Grundlage der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem The­ma und deshalb auch nicht „zitierfähig".

Recherchieren von Fachliteratur (Bücher, Aufsätze, Katalogbeiträge, Rezensionen etc.)

Die Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur auf breiter Basis kann nur stattfinden, wenn Sie gleichermaßen nach selbstständigen (Monographien) wie unselbstständigen Schriften (Aufsätze, Katalogbeiträge, Rezensionen etc.) recherchieren. Lektüre und Recherche gehen dabei Hand in Hand. Lesen Sie aufmerksam Anmerkungen und Zitate, denn jede Fachliteratur enthält weiterführende Literaturangaben. Notieren Sie sich alle Titel, die Ihnen relevant erscheinen. Wenn Sie in der Bibliothek - und nicht nur zuhause mit Kopien - arbeiten, können Sie gleich überprüfen, ob die Literatur vor Ort vorhanden ist, und sich einen ersten Eindruck verschaffen. Sie sind aber zumeist auch auf Fernleihen angewiesen.
Im Online-Katalog der UB Dort­mund (OPAC) und dem KVK (Karlsruher Virtueller Katalog) finden Sie Monographien sowie Zeitschriften, Handbücher und Lexika etc. Unselbstständige Schriften können jedoch nur in den unten aufgeführten Bibliothekskatalogen recherchiert werden. Entweder bestellen Sie die dort gefundenen Titel gleich per Fernleihe oder Sie fahren in die Bibliotheken in der Nähe wie beispielsweise an die Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum, wenn die gesuchten Bücher oder Aufsätze dort vorhanden sind. 
Eine sehr gute Adresse für Fachliteraturrecherche sind die museumseigenen Bibliotheken. Die Buchbestände der Museen richten sich zumeist nach dem Schwerpunkt ihrer jeweiligen Kunstsammlung aus. Bevor Sie diese aufsuchen, informieren Sie sich über die Öffnungszeiten und Besucherordnung sowie über die Sammlungsschwerpunkte. Die meisten Bibliotheken sind öffentliche Ein­rich­tun­gen, nur einige wenige sind reine Forschungsbibliotheken und erfordern eine spezielle Genehmigung (in Absprache mit der Seminarleitung). Für die Region NRW sind folgende öffentliche Museumsbibliothek mit dem Schwerpunkt auf Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts (auch Neue Medien und Film) hervorzuheben: die „Kunst- und Museumsbibliothek" des Ludwig Museums in Köln, die „Werner Schmalenbach Bibliothek" der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (K20) in Düsseldorf oder auch die Bibliothek des Ostwall Museums im Dort­mun­der U (mit interaktiven Bildarchiv). 
Für die mittelalterliche Kunst sind beispielsweise folgende Kölner Institutionen zu empfehlen: die Bibliothek des Museum Schnütgen (nach Vereinbarung), die Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek (Onlinekatalog) oder die Museumsbibliothek des Wallraf- Richartz-Museums (Bestände auf­ge­nom­men in die „Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln"; Onlinerecherche möglich).

Recherche im Online-Katalog der UB Dort­mund (OPAC)
Im lokalen Online-Katalog der UB Dort­mund können Sie Bücher, Zeitschriften, Mitteilungen etc. recherchieren - und mit dem Lesen beginnen, um wei­tere Literaturtitel zu finden. Falls Sie Aufsatztitel notiert haben, die in Zeitschriften, Mitteilungen oder Jahrbüchern veröffentlicht sind, geben Sie deren Titel ein, zum Beispiel Zeitschrift für Kunstgeschichte oder die Zeitschrift Fotogeschichte. Überprüfen Sie dann, ob der gewünschte Band oder Jahrgang vorhanden ist. Wenn nicht, dann nehmen Sie Fernleihe bzw. weitergehende Recherche vor (s. folgendes Kapitel).

Die UB Dort­mund bietet regelmäßig Einführungen in die Benutzung des OPAC an. Nehmen Sie dieses freundliche und kompetente Angebot wahr.

Recherchieren von unselbständigen Schriften

Kein Weg führt an der Recherche zum Beispiel von Aufsätzen, Katalogbeiträgen und Rezensionen vorbei.

OPAC der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek der TU Dort­mund
Im OPAC der UB Dort­mund können Sie ebenso nach selbstständigen wie unselbstständigen Schriften recherchieren. Aber: Kein OPAC garantiert Vollständigkeit. 
Im OPAC der UB können Sie über „Einfache Suche" und „Erweiterte Suche" recherchieren. Die „Erweiterte Suche" bietet sich an, wenn Sie eine bestimmte Zeitschrift und/oder einen Aufsatz suchen. Die UB Dort­mund bietet darüber hinaus über ihre Homepage eine fachspezifische Recherche an. Über einen Menüpunkt „Angebote nach Maß" in der oberen Menüleiste gelangen Sie zu einer nach Studienbedürfnissen sortierten Übersicht. Wählen Sie dort beispielsweise das Angebot „Stu­die­ren­de im Hauptfach", so gelangen Sie zu „Fachinformationen" und damit zu einer nach Fachgebieten sortierten Seite. Unter „Kunst" erhalten Sie ein übersichtlich nach Nutzungsfunktionen gegliedertes Feld unterschiedlicher Onlinekataloge, Datenbanken und Suchmaschinen. Nutzen Sie bitte diese für Ihre Fachrecherche unbedingt (unter: http://www.ub.tu-dortmund.de/Fachinformation/Kunst.html). 
Darüber hinaus können Sie im gemeinsamen OPAC der drei kunsthistorischen Institute Florenz-München-Rom (=OPAC des Kunstbibliotheken Fachverbandes) nach kunsthistorischen Beständen recherchieren. Über die Internetadresse http://www.kubikat.org werden Ihnen die Bestände des ZI (Zentralinstitut für Kunstgeschichte München), des KHI (Kunsthistorisches Institut Florenz) und der BH (Bibliotheca Hertziana Rom) angezeigt. Anhand der entsprechenden Kürzel vor der Signatur (ZI, KHI, BH) können Sie erkennen, in welcher Bibliothek die Literatur vorhanden ist. Sie sollten sich also im Falle einer Signatur, die mit BH beginnt, nicht auf den Weg nach München machen, sondern den Titel gegebenenfalls per Fernleihe über die UB Dort­mund bestellen. 
Sie werden zum Teil unterhalb der Signaturen den Link „Dokumentenlieferdienst" finden - ein hervorragender Service, wenn es schnell gehen soll, denn die Kopien werden Ihnen nach Wunsch per Post oder als pdf-Datei geschickt. Dieser Service ist allerdings kostenpflichtig. Auf diesen Rechercheseiten finden Sie mitunter auch Hinweise auf käufliche Erwerbsmöglichkeiten des jeweiligen Buches.

BHA (Bibliographie de l'histoire de l'art / Bibliography of the History of Art)
BHA ist die gebräuchlichste Bibliographie, die in englischer und französischer Version erscheint. In der BHA sind Titel von Monographien, Katalogen, Aufsätzen, Rezensionen etc. zu finden, die jeweils innerhalb eines Jahres erschienen sind. Eine Besonderheit der BHA ist die Bereitstellung von Informationen zum Inhalt der jeweiligen Literatur. Die Bibliographie steht im Internet kostenlos zur Verfügung und ist über die Internetseite der UB verlinkt (unter: http://www.ub.tu-dortmund.de/Fachinformation/Kunst.html). Der Bestand bis Jahrgang 1998 befindet sich als CD-ROM-Ausgabe in der UB Dort­mund.

Lesen von Forschungsliteratur

Es empfiehlt sich grundsätzlich, in Bibliotheken zu studieren. Wenn Sie primär zuhause und dort mit Kopien arbeiten, geht Ihnen sehr viel verloren. Sie haben zumeist nur Textausschnitte vor sich liegen und markieren einzelne Passagen. In der Bibliothek haben Sie die Möglichkeit, Entdeckungen zu machen. Sie blättern im Buch vor- und zurück, stoßen auf Textpassagen oder Abbildungen, die Ihnen plötzlich die Augen für Zusammenhänge öffnen, oder Sie ziehen ein Buch aus dem Regal, das neben Ihrem gewünschten Titel, nicht aber auf Ihrem Notizzettel steht.

Exzerpieren: Exzerpte sind unerlässlich, um das Gelesene zu verstehen, zu reflektieren und auch zu entscheiden, was wich­tig ist. Beginnen Sie immer mit der jüngsten, das heißt aktuellsten Forschungsliteratur und arbeiten Sie sich langsam zur älteren Literatur vor, um sich mit den jeweiligen Forschungspositionen und Forschungsergebnissen vertraut zu machen.

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Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.