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Seminar für Kunst und Kunst­wis­sen­schaft

Kunstgeschichte und Bildwissenschaft

Profil des Faches Kunstgeschichte in der Lehre

Im Kontext der Lehrerinnen- und Leh­rer­bil­dung im Fach Kunst bildet die Kunstgeschichte neben dem Künstlerischen Arbeiten und der Fachdidaktik den dritten Schwerpunkt. Hier findet ein großer Teil des fachwissenschaftlichen Stu­di­ums statt. Das Studienprofil fächert sich durch das Zusammenspiel von Künstlerischem Arbeiten und Kunst­wis­sen­schaft relativ breit und vor allem heterogen auf (vergleichbar dem Musikstudium, aber anders als in der Germanistik oder in der Mathe­matik). Für die Kunstgeschichte bedeutet diese Situation, dass die Fachwissenschaft mit ei­nem vergleichsweise geringen Stundenvolumen gelehrt wird: eine be­son­de­re Her­aus­for­de­rung an die Strukturierung der Wis­sens­ver­mitt­lung.

Die Kunstgeschichte zählt zu den umfangreichsten Fächern unter den Kul­tur­wissen­schaften. Sie ist epochenübergreifend und in­ter­na­tio­nal: Sie umfasst die Geschichte von Malerei, Skulptur und Kunsthandwerk sowie Ar­chi­tek­tur der (christlichen) Welt seit der Spätantike bis in die Gegenwart. Hinzu zählen weiterhin die Kunsttheorie, die Fachgeschichte und die breite in­ter­dis­zi­pli­nä­re Methodendiskussion. Vor allem ist die Kunstgeschichte eine genuin diskursive Wis­sen­schaft, die sich nicht über einen abfragbaren Wissenskanon definiert, sondern durch reflektierte Umgangsweisen mit der Überlieferung und der zeitgenössischen Kunst.

Kunstgeschichte ist eine historisch orientierte Disziplin, die sich für die Kontextualisierung ihrer Gegenstände, für das historisch abgesicherte Wissen einsetzt. Zugleich in­te­res­siert sie sich als Bildwissenschaft für die visuelle Gestaltung von Welt und Ge­sell­schaft, zum Bei­spiel für Bilder und ih­re Verwendung in den ver­schie­de­nen Wis­sen­schaf­ten oder für alltagskulturelle Bildwelten. Auch hier allerdings ist das Fach einer historischen Perspektive, gerade auch im Umgang mit zeitgenössischen Phänomenen, verpflichtet.

Diese Komplexität kann in der Lehrerinnen- und Leh­rer­bil­dung nicht durch schlichte Vereinfachungen, etwa durch eine unterkomplexe Epochengeschichte, reduziert wer­den, ebenso wenig aber auch durch den Rückzug ins 20. und 21. Jahrhundert.

Ziel muss es – wie wir Kunstgeschichte in Dort­mund ver­ste­hen – vielmehr sein, dass die Stu­die­ren­den eine „Landkarte“ von dem großen Gebiet mit seinen geschichtlichen Weiten, seiner geographischen und kulturellen Vielfalt, seiner methodischen Fülle und sei­nem intellektuellen und ästhetischen Anspruchsniveau, aber auch seinen Institutionen und berufspraktischen Felder aus dem Stu­di­um mitnehmen kön­nen. Dies wird immer wieder durch epochenübergreifende „Schneisen“ und exemplarische „Tiefenbohrungen“ im Wechselgespräch stattzufinden haben. Es gilt, zum weitergehenden Selbststudium (Stichwort „lebenslanges Ler­nen“) anzuleiten. Wichtiges Ziel ist es – vor dem Hintergrund gegenwartsbezogener An­for­de­run­gen – die Kom­pe­ten­zen im Umgang mit den unterschiedlichsten Bildmedien zu trainieren: dies allerdings mit dem gebührenden Maß an historischer Tiefenschärfe. Die Kunstgeschichte hat also im Kontext des Stu­di­ums ein Doppeltes zu leisten: Sie hat einerseits die fachwissenschaftliche Aus­bil­dung zu gewährleisten, an­de­rer­seits soll sie nach dem „visual turn“ (oder „iconic turn“) der Kul­tur­wissen­schaften die Kom­pe­ten­zen für die vertiefte Analyse verschiedener Bildmedien und visuell erfahrbarer Repräsentationsformen liefern. Solche „generalistische“ Lehre benötigt ihr Gegengewicht in den durch per­sön­li­che Forschungen der Lehrenden abgesicherten thematischen Schwerpunkten – um zum Einen Fachwissenschaft „vorzuleben“, zum Anderen um die universitäre Lehre in konkrete diskursive Schauplätze hinein zu öffnen.

Hier liegt ein großes Innovationspotential für eine Reflexion fachwissenschaftlicher For­schung im Bereich der Kul­tur­wissen­schaften auf die Vermittlung in die ge­sell­schaft­li­chen Öffentlichkeiten hinein.

Barbara Welzel

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Anfahrt & Lageplan

Der Cam­pus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Cam­pus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Cam­pus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Cam­pus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duis­burg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, au­ßer­dem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Cam­pus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Cam­pus Nord und Cam­pus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zu­rück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Ki­lo­me­ter entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Cam­pus Nord und den kleineren Cam­pus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen kön­nen Sie den Lageplänen entnehmen.