Zum Inhalt
Künstlerisches Arbeiten

Zeichnung, Druckgraphik & Grafikdesign

Anregungen zum künstlerischen Arbeiten in der Graphik im Sommer­semester 2020

Liebe Stu­die­ren­de,

in der momentan sehr ein­ge­schränk­ten Lehr- und Lernsituation sind wir sehr bemüht, Ihnen in der Vorlesungszeit trotz des Ausfalls der Prä­senz­ver­an­stal­tung­en ein selbstständiges künst­lerisches Arbeiten mit der entsprechenden Be­treu­ung zu ermöglichen, so dass Sie auf diese Weise im Rahmen Ihres Stu­di­ums benötigte Seminare ab­sol­vie­ren können.

Obgleich eine rein digitale Lehre im Bereich des künstlerischen Arbeitens allgemein nur erschwert mög­lich ist, da wesentliche Teile in der Be­treu­ung entstehender Projekte – das Präsentieren der Arbeiten im Raum und die damit verbundenen Diskussionen in der Gruppe – zurzeit nicht wie gewohnt mög­lich sind, möchten wir Ihnen digital verschiedenste Anregungen und Handreichungen zum selbstständigen Arbeiten in der Graphik unter den stark ein­ge­schränk­ten Arbeitsbedingungen anbieten.

Wesentlicher Bestandteil, sozusagen die Basis des graphischen Arbeitens in diesem Semester ist der neu strukturierte Arbeitsraum „Graphik“ in moodle. Hier finden Sie die lehrenden Personen der Graphik und die stu­den­tischen Mitarbeiter/-innen, jeweils mit Inhalten zu ihren Arbeitsgebieten und den aktuellen Se­mi­na­ren, zahlreiches Bildmaterial zu relevanten künstlerischen Positionen, Tutorials zur digitalen Bildbearbeitung, Anleitungen zum Drucken, Ideen zu zeichnerischen Projekten sowie eine Vielzahl an weiteren In­for­ma­ti­onen, die Sie zum eigenständigen und vertiefenden Arbeiten nutzen sollen und die darüber hinaus auch zur Vorbereitung der ausstehenden Prüfungen dienen.

Um Ihnen einen erweiterten Zugang zu relevanten stu­den­tischen Positionen in der Graphik und beispielhaft Orientierung bei der Erstellung von Bachelor- und Masterarbeiten zu ermöglichen, finden Sie eine Auswahl herausragender Ab­schluss­ar­bei­ten zur Ansicht im moodle-Raum (Sarah Ehambram, Janine Gosmann, Henrike Hammer, Mona Lisa Leschinsky, Franziska Maikler, Sandra Opitz, Matthias Plenkmann, Patrick Schattka, Katharina Wagener, Nadine Weyland, Kersten Winkelmann und Anna Wolf).

Hinweis: Der Nutzerin/dem Nutzer ist bekannt, dass die nachfolgenden Inhalte und Materialien urheberrechtlich geschützt sind. Die Nutzung ist aus­schließ­lich für den persönlichen Gebrauch im Rahmen von universitären Zwecken zulässig. Insbesondere die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung sowie die Weitergabe an Dritte nicht gestattet. Zuwiderhandlungen werden zivil- und strafrechtlich verfolgt.

Themen und Bereiche, mit denen Sie sich beispielweise in den offenen Kolloquien auch unabhängig vom Lernort Uni­ver­si­tät beschäftigen können, sind die direkte Beobachtung von Dingen und Men­schen in der eigenen Wohnung, Tiere, ohne im Zoo zu sein, Raumzeichnungen (Bettina van Haaren), Zeichnen im medialen Transfer, zum Beispiel auf Grundlage selbstrecherchierter Bildarchive zu einem bestimmten Themenkomplex, oder dem Erstellen von graphischen Bewegtbildsequenzen per Computer (Patrick Borchers), die Natur zeichnen (Jette Flügge), Hochdruck von zuhause aus (Jette Flügge), websitebasiertes graphisches Arbeiten (Matthias Plenkmann), Zeichnen vor Ort und im Atelier (Matthias Plenkmann), Zeichnen mit Farbstiften (Patrick Schattka), im Bereich Layout, etwa die Erstellung eines eigenen Kataloges, (Ilona Jablonski / Frank Georgy) oder die Bildbearbeitung eigener Reproduktionen (Matthias Plenkmann / folgt).

Damit Sie eine Seminarunterschrift erhalten können, müssen Sie eine Arbeitsleistung von 60 Stunden erbringen. Begleitend zum Arbeitsprozess senden Sie uns regelmäßig PDF-Dateien, die die entstehenden Arbeiten beinhalten, so dass ver­schie­de­ne Lehrende Sie beraten können. Bitte beachten Sie dafür die Parameter für den Datei-Upload im Arbeitsraum.

Eine Handreichung hilft Ihnen bei Inhalt und Aufbau des begleitenden Essays zur künstlerischen Arbeit bei Modulabschlussprüfungen.

Neben der seminargebundenen und allgemeinen Unter­stütz­ung der lehrenden Personen per E-Mail oder nach Vereinbarung über Telefon, wenden Sie sich bitte mit künstlerischen sowie technischen Fragen und Problemen auch per E-Mail an die stu­den­tischen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mitarbeiter der Graphik. Ilona Jablonski, Patrick Schattka und Matthias Plenkmann werden Sie dann so zeitnah wie mög­lich beraten oder an die ent­spre­chende Lehrperson weiterleiten.

Ihr Graphik-Team

Prof. Bettina van Haaren, Jette Flügge, Patrick Borchers, Frank Georgy, Ilona Jablonski, Matthias Plenkmann und Patrick Schattka

Anmerkungen zur Lehre

„Gute Lehre in der Graphik zeichnet sich durch eine große Offenheit gegenüber einer Vielfalt von künstlerischen Haltungen und die erreichte Intensität der Zeichnungen und Druckgraphiken aus. Nach jahrzehntelanger Vermittlung in Schulen und Hoch­schu­len und aus der eigenen künstlerischen Erfahrung heraus hat sich für mich erwiesen, dass eine Auseinandersetzung mit öf­fent­lichen und privaten Räumen zentral sein sollte. Sie werden zum Zeichen-Anlass, indem sie neugierig machen und Impulse für die künstlerische Entwicklung geben. Es gilt, sich mit dem Sichtbaren auseinanderzusetzen, die eigene Motivation zu klären, Leitideen zu entwickeln und Materialentscheidungen zu treffen. Die ge­sell­schaft­li­chen, baukünstlerischen, landschaftlichen oder biographischen Wirklichkeiten werden registriert und zu Projektionsflächen eigener Befindlichkeiten. Innere Bilder werden sichtbar, die nicht ohne die optischen Heraus­forde­rungen denkbar wären. Zeichner verändern durch Anmutungen und Ausdruckswillen die Dingwelt und spiegeln so kör­per­li­che Gefühle, Zustände und Ideen wieder. Viele arbeiten direkt vor Ort, ob mit Graphit, Finelinern, Kohle, Aquarell oder Acryl. Andere benötigen die räumliche und zeitliche Distanz, um auf das Gesehene zu reagieren und über selbst gemachte Fotografien zu neuen Findungen zu gelangen. Collageartiges, digitale Bearbeitungen, Tief- oder Hochdrucke erweitern die Zugriffsweisen. Das Spiel mit der Perspektive gelingt nur aus dem Grundverständnis räumlicher Konstruktion heraus, also zum Beispiel dem zunehmenden Aufblick und Unterblick. Räumliche Darstellungsregeln begreift man am ehesten über Versprachlichung der Situation und das Überprüfen der Achsen von Raumzusammenhängen.

Vornehmlich geht es nicht um die Dokumentation und direkte Wiedergabe des Gesehenen. Viel stärker ist der Wunsch nach Verdichten, Neu-Ordnen, Verformen und Spiel. So geraten die erkannten Dinge in eigene Assoziationsketten und verwandeln sich in subjektive Ge­schich­ten. Ziel ist ein Erfinden über das authentische Erleben und Erfassen. Nicht selten wird ein zeichnerischer Witz spürbar, der aus der Spannung zwischen Erwartung und Lösung ent­steht. Im Verlauf des Prozesses bedeutet dies, klas­si­sche Denkmuster aufzubrechen, Wagnisse einzugehen und damit eben auch gesellschaftlich zu wirken.

In der Druckgraphik kann besonders die Lust auf Materialität und Ex­peri­ment angesprochen werden. Kenntnisse über Technik und Handwerk sind grundlegend, jedoch nicht Selbstzweck. Elementare Verfahrensweisen der einzelnen druckgraphischen Technik sind in der Fach­li­te­ra­tur hinreichend dargestellt, entscheidend im Künstlerischen ist die individuelle Modifikation und die Weiterentwicklung hin zu eigener Bildfindung. Spielerisch können klas­si­sche Regeln durchbrochen werden, wenn dies mit Konsequenz geschieht. Gerade in den Zwischentechniken und Präsentationsformen werden neue Wege beschritten, etwa in der Kombination von Sticken und Radierung, randlosen Radierungen in installativen Hängungen, in der Ver­bin­dung von Radierung und Computerdruck oder mit Zeichnung, in gesteuerten Prozessen mit Lö­sungs­mit­teln in Hochdrucken und in Stempeldrucken verschiedenster Materialien. Spannend ist das Testen von Papierarten oder auch Textilien als Bildträger, wasser- oder öllöslicher Farbe, der Größe des bedruckten Trägers. Häufig ist ein körpergroßes Format eine gute Her­aus­for­de­rung, um Gewichte und Leerräume zu ermitteln und den Betrachter mit spiegelbildlicher Dimension zu konfrontieren.

Die Auseinandersetzung mit der Druckgraphik dient nicht dazu, Zeichnungen, Malerei oder Fotografien zu reproduzieren (sonst wäre sie heute tatsächlich purer Anachronismus), sondern zu Bildfindungen zu gelangen, die aus den Bedingungen des Materials und des Druckprozesses heraus originär entwickelt werden. Neu ist die digitale Druckgraphik, die über gezeichnete Setzungen etwa per Grafiktablett, das Stempelprinzip, Vergrößerungen oder Verkleinerungen, farbige Verwandlungen, Überlagerungen, Dehnungen, Kippungen ohne räumliche Stabilität oder Auslöschprozesse andere, ernste Spiele mög­lich macht.

In der Lehre der Graphik geht es um die Spanne zwischen expressiv-prozessualen und konzeptuellen Handlungen. Sowohl klas­si­sche Herangehensweisen als auch mediale Erweiterungen können zu gültigen Findungen führen. Viele Zeichner arbeiten aus direkter Beobachtung und untersuchen die bewegte Umgebung, die alle Sinne anspricht. Standort- und Proportionswechsel werden so mög­lich. Ziele können die Di­ver­si­tät von Abstraktionsgraden, Blickwechseln und Strichführungen sein. Bilderzählungen speisen sich oft aus Kombinationen von direktem Erleben, fotografischen Fundstücken und aus dem Erinnern.

Besonders spannend werden zeichnerische Projekte, die die reine Illusion von Raumtiefe auf der Fläche verlassen und in den Raum übergreifen, ob mit hängenden oder wachsenden Schnittfiguren oder mit dem Einbeziehen von immateriellen Licht- und Schattenformen. In konzeptuellen Projekten werden extrahierte Elemente in neue Systeme überschrieben.

So wären also als zentrale Aspekte der Graphik zu benennen: energetische Spuren, Rhythmus, Spannung, Mut und eine forschende Haltung.“ Bettina van Haaren, 2017

Personen

Studentische Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mitarbeiter

Kalender

Zur Veranstaltungsübersicht

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dort­mund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dort­mund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dort­mund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Uni­ver­si­tät ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dort­mund Uni­ver­si­tät“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dort­mund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Uni­ver­si­tät mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dort­mund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dort­mund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dort­mund Uni­ver­si­tät S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dort­mund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dort­mun­der Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Uni­ver­si­tät. Ein größeres Angebot an inter­natio­nalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Uni­ver­si­tät zu erreichen ist.

Die Ein­rich­tun­gen der Technischen Uni­ver­si­tät Dort­mund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hoch­schu­le im angrenzenden Technologiepark. Genauere In­for­ma­ti­onen können Sie den Lageplänen entnehmen.